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Umgang mit langfristigen Lieferengpässen

Dieser Artikel wurde im Mai 2023 aktualisiert.
Das Elektronik-Schlagwort des Jahres 2021 stand vermutlich schon vor Ende von Q2 fest – „Versorgungsengpass“. Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette stehen vor massiven Herausforderungen: eine anhaltende Pandemie, unvorhersehbare Schwankungen von Angebot und Nachfrage, Beschaffungsprobleme bei unterschiedlichsten Materialien sowie knappe Frachtkapazitäten.
Wie wirkt sich das auf den Arbeitsalltag von EMS-Dienstleistern aus?
Um Standardaufträge abzuwickeln, müssen Sonderprozesse implementiert, Alternativen für Bauteile häufiger gefunden und Bauteile erneut angefragt werden, wenn die Suche nach Restbeständen erfolglos war. Diese geringe Planungssicherheit trifft insbesondere Anbieter von Electronic Manufacturing Services (EMS), da sie häufig viele Kunden mit unterschiedlichen Baugruppen betreuen und daher eine besonders hohe Zahl von Bauteilen verwalten und bestellen müssen. Derzeit lassen sich größere Krisen meist nur durch eine kontinuierliche und frühzeitige Abstimmung mit Kunden und Distributoren sowie durch individuelle Lösungen vermeiden.
Wie viel strukturelles Problem steckt hinter der Pandemie?
Auch wenn weithin angenommen wird, dass sich Verfügbarkeit, Lieferzeiten und Kosten nach dem Wegfall pandemiebedingter Einschränkungen rasch normalisieren, bleibt die Frage, was mit den Versorgungsengpässen geschieht. Werden auch sie sich auflösen? Wie viel dieser Herausforderungen ist strukturell bedingt und erfordert damit eine langfristige Lösung?
Schon vor Covid-19 stiegen Absatz und Nachfrage nach elektronischen Geräten und Systemen in verschiedenen Branchen kontinuierlich an. Raphael Hrobarsch, European Regional & Automotive Sales Manager bei Diodes Zetex, sagt gegenüber Markt&Technik: „Auf Basis der aktuellen Nachfragesituationen in den verschiedenen Märkten sowie angesichts der Tatsache, dass 5G und insbesondere der Wandel im Automobilsektor hin zu Elektrofahrzeugen gerade erst richtig begonnen haben, sehen wir keinen kurzfristigen Nachfrageschub, sondern Versorgungsengpässe, die weit über 2021 hinaus anhalten könnten.“
Globale Lieferketten sind überwiegend auf Effizienz getrimmt, und „bis wir an den Punkt kommen, an dem Bauteile auf Lager produziert werden können, müssen wir im Supply-Chain-Management flexibler werden“, bemerkte Georg Steinberger, VP von Avnet und Vorsitzender des FBDi, bereits 2018 gegenüber elektroniknet.de.
Auch die Reaktionen der Politik deuten darauf hin, dass Versorgungsengpässe als langfristiges Phänomen zu betrachten sind. Die EU hat Pläne angekündigt, bis 2030 ein robustes lokales Halbleiter-Ökosystem aufzubauen. Auch die USA und China signalisieren ähnliche Vorhaben. Ob und in welcher Form diese Pläne umgesetzt werden, bleibt jedoch abzuwarten.
Reaktionsfähigkeit trotz persistenter Versorgungsengpässe
Um das bestehende Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Kapazität zu adressieren, reicht es nicht aus, auf eine Entspannung der Covid-19-Situation oder auf den Aufbau neuer Produktionskapazitäten zu warten. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass Flexibilität in den eigenen Prozessen auch künftig immer wichtiger wird.

Schnelle und kontinuierliche Kommunikation zwischen den Teams
Wenn unterschiedliche Abteilungen (insbesondere Vertrieb, Einkauf und Produktion) innerhalb der eigenen Organisation stets auf dem neuesten Stand sind, lassen sich potenzielle Schwierigkeiten schneller erkennen und beheben. Auf unternehmensübergreifender Ebene sollten Entwickler und Hersteller außerdem Lieferanten und Distributoren kontaktieren, sobald Probleme in der Lieferkette sichtbar werden, um diese mit ihren Kunden besprechen und lösen zu können. Innovative Lösungen wie Luminovo setzen daher bewusst auf die Cloud. Durch die zentrale Speicherung von Informationen und die Verteilung von Zugriffsrechten ist es möglich, unabhängig vom Standort in Echtzeit am selben Dokument zusammenzuarbeiten. Alle Personen mit solchen Zugriffsrechten können zudem zu unterschiedlichen Zeitpunkten den jeweils aktuellen Status einsehen.
Kontinuierliche Bewertung von Sourcing-Alternativen
Während des Erstkaufs sowie über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg ist es notwendig, Verfügbarkeit und Bezugsquellen bestimmter Komponenten oder Baugruppen im Blick zu behalten und miteinander zu vergleichen, um die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Da dies jedoch manuell auf Dauer extrem zeitaufwendig ist, bleibt es oft auf der Strecke. Wenn von Anfang an keine Alternativen existieren und die einzige Bezugsquelle plötzlich wegfällt oder in Versorgungsengpässe gerät, ist die Möglichkeit, schnell eine Dual- oder Multi-Sourcing-Strategie umzusetzen, sehr hilfreich. Digitale Tools wie Luminovo können dies übernehmen. Durch zahlreiche Anbindungen an Lieferanten können weitere alternative Bezugsquellen schneller abgefragt, identifiziert und Lieferparameter verglichen werden. Wenn langfristig keine Bezugsquelle verfügbar ist und das Bauteil den Status „End of Life“ erreicht hat, können smarte Tools automatisch Querverweise finden, also eigenständig Alternativen auf Basis der Parameter des Bauteils ermitteln.
Echtzeit-Datenaustausch
Änderungen an Verfügbarkeit und Lieferzeiten von Bauteilen sind jederzeit möglich, auch nachdem sie bereits ausgewählt wurden. Wenn bereits verarbeitete BOMs digital verknüpft bleiben, können sie kontinuierlich auf kritische Änderungen wichtiger Lieferparameter geprüft werden, um bei Bedarf Gegenmaßnahmen frühzeitig anzustoßen. Diese Echtzeit-Updates lassen sich über APIs realisieren. Eine API (Application Programming Interface) ist ein klar definierter Teil einer App, dessen Inhalte und Grenzen exakt festgelegt sind und der anderen Apps zur Nutzung bereitgestellt wird. Viele Lieferanten stellen einen Teil ihrer Apps als API bereit und ermöglichen es so Apps wie Luminovo, jederzeit automatisch auf bestimmte Informationen zuzugreifen und sie zu nutzen. Buchen Sie eine Demo bei uns, um mehr zu erfahren.
















